Schlagwort-Archive: Senioren

EU-Anhänger wollen Senioren Wahlrecht entziehen

Ältere Menschen sollen bei „Zukunftsfragen“ nicht mehr abstimmen dürfen

Am 23. Juni stimmten 72 Prozent der britischen Wahlberechtigten über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ab – deutlich mehr, als sich an der letzten Parlamentswahl beteiligten. Nicht alle Wählerteilgruppen spiegelten das Endergebnis wider: In Schottland, Nordirland und London entschied sich – anders als im Rest Englands und in Wales – eine Mehrheit für einen Verbleib in der EU. In Nordirland gab es darüber hinaus die Besonderheit, dass die katholischen Wähler mit großer Mehrheit für eine EU-Mitgliedschaft und die protestantischen mit ähnlich großer für einen „Brexit“ votierten, was sich auch auch an der Landkarte ablesen lässt, wo das Referendumsergebnis die Region klar in einen katholischen Pro-EU und einen protestantischen Anti-EU-Sektor teilt.

Das schottische Teilergebnis nahm die dortige Regionalregierungschefin Nicola Sturgeon zum Anlass, ihr bereits vorher für den Brexit-Fall angekündigtes zweites Unabhängigkeitsreferendum von Großbritannien als jetzt „sehr wahrscheinlich“ zu bezeichnen, weil die Voraussetzungen nun gänzlich andere seien als beim ersten Referendum 2014, als sich die Schotten für einen Verbleib im Vereinigten Königreich entschieden – einige darunter möglicherweise nur deshalb, weil sie Brüssel als noch schlimmeren Moloch empfinden als London und sich die damals bereits angekündigte Möglichkeit zum Ausstieg aus der EU nicht entgehen lassen wollten (vgl. Schottland bleibt britisch).

Sturgeon bekräftigt schottische Referendumspläne

Außerdem will Sturgeon prüfen, ob das schottische Regionalparlament eine Möglichkeit hat, ein Veto gegen einen EU-Austritt Großbritanniens einzulegen. Die Grünen, die die Scottish-National-Party-Minderheitsregierung im Edinburgher Parlament stützen, nachdem die SNP bei den letzten Regionalwahlen ihre absolute Mehrheit verlor, haben bereits angekündigt, ein solches Veto mitzutragen. Ob die Kompetenzen des Holyrood-Parlaments solch ein Veto umfassen, ist allerdings umstritten. Möglicherweise nutzt Sturgeon die angedrohte Blockade auch nur, um ein Gegengewicht gegen eine Blockade eines zweiten schottischen Unabhängigkeitsreferendums gegen eine nicht mehr von David Cameron, sondern von Boris Johnson angeführte britische Regierung zu haben.

Das Johnson im oder noch vor dem Oktober Premierminister wird, galt schon Freitagfrüh als sehr wahrscheinlich und wurde am Wochenende noch wahrscheinlicher, nachdem sich der ebenfalls als Kandidat gehandelte Justizminister Michael Gove hinter den exzentrisch frisierten ehemaligen Londoner Bürgermeister stellte. Bei der sich jetzt abzeichnenden Entscheidung zwischen Johnson und der EU-freundlichen Innenministerin Theresa May dürften die Tory-Delegierten auch berücksichtigen, dass der rhetorisch gewandte und ausgesprochen unterhaltsame Redner ihren Kandidaten als Premierminister bei Wahlen wahrscheinlich mehr Rückenwind liefern würde, als die umstrittene und eher sauertöpfische 59-Jährige.

Zerfallserscheinungen in der Labour Party

Das gilt vor allem dann, wenn die UKIP und ihr Vorsitzender Nigel Farage nach dem EU-Referendum nicht in der Versenkung verschwinden, sondern sich weiter anschicken, die neue Arbeiterpartei zu werden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) anhand der Anhängerschaft der Partei bereits vor zwei Jahren konstatierte. Die alte Arbeiterpartei, die Labour Party, setzte sich beim Referendum – bis auf die Niederbayerin Gisela Stuart und einige andere Abweichler – fast geschlossen für einen Verbleib in der EU ein. Das sich die Wähler am Donnerstag dann gerade in ehemaligen Labour-Hochburgen für einen Ausstieg entschieden, befeuerte den Machtkampf in der Partei:

Am Sonntag nahm der Parteivorsitzende Jeremy Corbyn den Schatten-Außenminister Hilary Benn aus seinem Schattenkabinett, nachdem dieser Zweifel daran geäußert hatte, ob man mit dem im Herbst neu gewählten Chef wirklich Wahlen gewinnen kann. Corbyn hatte vorher Anhänger wie Gegner eines EU-Ausstiegs verwirrt, als er die Politik der deutschen Aufwachen der menschheitBundeskanzlerin Angela Merkel gelobt und gemeint hatte, sie habe alles richtig gemacht (vgl. Brexit: Nach der letzten Debatte und vor der Abstimmung). Andere Labour-Politiker, die in den deutschen Alleingängen eher einen zentralen Grund für den Meinungsumschwung in Richtung EU-Ausstieg sehen (vgl. UK: Brexit-Befürworter fast so stark wie -Gegner), prüfen nun angeblich, ob sie Corbyn weiterhin die Treue halten sollen.

Europafrömmler und Altersdiskriminierung

In deutschen Mainstreammedien (die sich – wie beispielsweise SpOn/Bento und die Bild-Zeitung – vorher regelrecht in eine Anti-Brexit-Kampagne gestürzt hatten) machten aber nicht nur die regional unterschiedlichen Teilergebnisse Schlagzeilen, sondern auch die nach Altersgruppen unterschiedlichen Mehrheiten: Dass sich ältere Wähler mit großer Mehrheit für einen Brexit entschieden, führte dazu, daß man in Bento eine Beschimpfung der „Generation Rollator“ lesen und auf Twitter den Vorschlag zweier nicht ganz unbekannter fanatischer EU-Anhänger finden konnte, älteren Menschen das Wahlrecht zu beschneiden – zumindest dann, wenn es um „Zukunftsfragen“ geht.

Das die Wahlbeteiligung bei jungen Wählern sehr viel niedriger war als bei älteren (was nahe legt, dass vielen jungen Briten die zur Abstimmung gestellte Frage relativ egal ist), wurde dabei ebenso ausgeblendet wie die Tatsache, daß beispielsweise die M5S in Italien, die ebenfalls ein Austrittsreferendum anstrebt, sowohl von ihrer Wählerschaft als auch von ihrer personellen Besetzung her vergleichsweise jung – und weiblich – ist (vgl. Girl-Power-Bürgermeisterwahl in Italien).

Rollator. Foto: Bestrossi. Lizenz: Public Domain

Wer Zweifel daran hegt, dass der offenbar ernst gemeinte Wahlrechtseinschränkungsvorschlag etwas jenseits der Grenzen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung liegt, kann statt des Alters eine entsprechende Diskriminierung nach Hautfarbe vornehmen, die der aktuelle Zeitgeist nicht so leicht duldet (vgl. Ageismus in der Aufschrei-Diskussion). Und wer argumentiert, dass es im Brexit Abstimmungsverhalten von Dunkel- und Hellhäutigen keine wesentlichen Unterschiede gab, der kann statt Senioren Körperbehinderte einsetzen, die klar für einen Brexit votierten. Das Argument, dass eine legale Altersdiskriminierung auch bei Personen unter 16 oder 18 Jahren stattfindet, greift hier nicht, weil dieser Ausschluß durch die typischerweise mangelnde Reife sachlich begründet ist.

Aus Heiko Maas‘ Justizministerium, wo man auf andere tatsächlich oder auch nur scheinbar diskriminierende politische Äußerungen mit einer (sehr umstritten besetzten) „Task Force“ reagierte, war am Wochenende keine Stellungnahme dazu zu bekommen. Anstatt solch eines Kommentars aus dem Justizministerium servieren wir dem Leser deshalb ein paar kurze Ausflüge in die Geschichte, wo es schon mehrfach Fälle gab, in denen sich Eliten einer „Jugend“ bedienten, um ihre Interessen durchzusetzen:

Zum Beispiel vor gut 50 Jahren in China, wo 1966 die so genannte „Kulturrevolution“ begann, während der Schüler und Studenten ermuntert wurden, ihre Lehrer und Professoren an den Pranger zu stellen – und dem durch die seinem „großen Sprung nach vorn“ entsprungenen Hungersnöte angeschlagenen „großen Vorsitzenden“ Mao die Macht zu sichern. Wem das zu weit weg ist, der kann sich Propagandafilme ansehen, in denen Europas Jugend für eine Idee mobilisiert wird, bei der man sich im Nachhinein fragt, ob durch etwas weniger Jugendbegeisterung nicht viel Schlimmes verhindert hätte werden können (vgl. Politische Autobahn).

Gruß an die mündigen Senioren
Kräutermume

Quelle : http://www.heise.de/tp/artikel/48/48652/1.html

Zehntausende Senioren müssen plötzlich Steuern zahlen

Rente, Rentensteuer, Rentenerhöhung, Existenzminimum
Zehntausende Rentner müssen plötzlich Steuern zahlen     dpa/Matthias Hiekel

Erst machte der Staat ihnen ein unerwartetes Geschenk. Doch jetzt kommt die Rechnung für zehntausende Senioren: Weil sie deutlich mehr Altersgeld bekommen, übertreffen ihre Einkünfte das Existenzminimum – und plötzlich sind sie steuerpflichtig.

Zehntausende Senioren müssen nach der deutlichen Rentnerhöhung nächstes Jahr erstmals Steuern bezahlen. Wie die „Bild“ berichtet, werden rund 70.000 Rentner durch die Erhöhung des Altersgeldes steuerpflichtig. Der Staat verdient über die Steuer zudem kräftig an der Rentenerhöhung mit.

310 Millionen Euro Steuermehreinnahmen

Wie „Bild“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag berichtet, rutschen die betroffenen Senioren durch die Erhöhung der Altersgelder in die Steuerpflicht, weil ihre Einkünfte dann über dem steuerfreien Existenzminimum liegen.

Jeder fünfte Rentner betroffen

Das Ministerium rechnet allein durch die diesjährige Rentenerhöhung im kommenden Jahr mit Steuermehreinnahmen von 310 Millionen Euro. Insgesamt sollen 2016 bereits 3,9 Millionen Rentner steuerpflichtig sein. Das wäre rund jeder fünfte Rentner. Im letzten abgeschlossenen Steuerjahr 2011 waren noch 3,5 Millionen Rentner steuerpflichtig.

———————————————————————————————————————–

EIGENER KOMMENTAR :

Ich finde es ungeheuerlich, wie dieser Pseudo-Staat, unsere Firma
“ Bundesrepublik des vereinten Deutschlands – oder auch Bundesrepublik in Deutschland“ (kurz BRd.v.D oder BRiD)die eigenen Menschen ausnimmt wie eine Weihnachtsgans !

Diese Menschen haben meist ihr Lebtag von Kindesbeinen an gearbeitet – viele haben dieses Land wieder mit aufgebaut und zum Dank dafür bekommen sie eine „Erhöhung der Rentengelder“ und müssen, weil vielleicht 5 € über dem Satz, auf das Gesamtgeld Steuern zahlen….
Man, wie mies und niederträchtig kann man eigentlich mit seinem eigenen Volk umgehen ?!

Gruß an die „Neu-Steuerzahlenden Rentner“ und an die Gierhälse des Bundesfinanzministeriums !
Kräutermume

Pflegeheim soll Flüchtlings-Unterkunft werden

Von Hanna Zobel
Liselotte Schröder (92) weiß nicht, wie es weitergehen soll. Die Wohnanlage am Lutherpark ist ihr Zuhause.

Liselotte Schröder (92) weiß nicht, wie es weitergehen soll. Die Wohnanlage am Lutherpark ist ihr Zuhause.
Foto: www.sylent-press.de

150 Senioren müssen ihr Zuhause verlassen – um Platz zu machen für eine Flüchtlingsunterkunft. Eine Petition kämpft nun gegen die Schließung des Pflegeheimes am Lutherpark in Bahrenfeld.

Liselotte Schröder ist verzweifelt. Die 92-Jährige wohnt im Seniorenheim am Lutherpark. Sie hat hier Freunde, die mit ihr „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Auf einem Friedhof in der Nähe liegt ihr Mann. Den besucht sie einmal die Woche. Es gefällt ihr hier. Doch nun soll sie raus.

„Das ist ungeheuerlich, was die hier mit einem machen“, sagt sie. Vor ihr auf dem Tisch liegt ein Brief, darauf ein Datum: 31. Mai 2014. Das soll ihr letzter Tag in Bahrenfeld sein.

Das Seniorenheim Lutherpark in Bahrenfeld, soll zu einer Flüchtlings-Unterkunft werden.

Das Seniorenheim Lutherpark in Bahrenfeld, soll zu einer Flüchtlings-Unterkunft werden.
Foto: www.sylent-press.de

Der Betreiber des Pflegeheims, das private Unternehmen Pflegen&Wohnen, will die Seniorenunterkunft schließen. Der Grund: Das Heim sei nicht rentabel. Deshalb werden die Gebäude nun an die Sozialbehörde vermietet. Statt der alten Menschen sollen ab Juni rund 330 Flüchtlinge einziehen. Wegen der steigenden Flüchtlingszahlen sollen in Bahrenfeld 600 neue Unterkünfte für Wohnungslose entstehen.

So auch am Lutherpark: Der Mietvertrag mit der Sozialbehörde ist bereits unterzeichnet. Die Anwohner wurden nicht gefragt. Die älteste Bewohnerin der Anlage ist 104 Jahre alt, viele sind dement. Sie sollen nun auf andere Heime verteilt werden. Pflegen&Wohnen will zwar den Umzug bezahlen, doch so günstig wie am Lutherpark findet man anderswo kaum ein Zimmer.

Die Protest-Petition für den Erhalt des Heims wurde von der Evangelischen Gemeinde Bahrenfeld gestartet. Vor der Altonaer Bezirksversammlung am Donnerstag hatte die Gemeinde in einer ersten Aktion mehr als 1000 Unterschriften gesammelt.

Die Bezirksfraktionen der CDU und Linken kritisierten daraufhin die Pläne der Behörde scharf – doch auf Senatsbeschlüsse haben die Bezirke wenig Einfluss.

 

Orginal unter: http://www.mopo.de/nachrichten/senioren-muessen-weichen-pflegeheim-soll-fluechtlings-unterkunft-werden,5067140,26442882.html