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Imker über Bienensterben: „Der Anblick erinnert mich an Contergan-Kinder“

Sie sammeln Honig, bestäuben Blüten und sichern das Überleben vieler anderer Tierarten: Bienen sind unverzichtbar für unser Ökosystem. Doch Umwelteinflüsse und intensive Landwirtschaft setzen ihnen zu. Höchste Zeit zu handeln, sagen Imker wie Thomas Radetzki.

Biene mit deformierten Flügeln: An Fliegen ist nicht zu denken
© Wolfgang Schmidt/Aurelia Stiftung

Herr Radetzki, Sie halten seit über 40 Jahren Bienen, sind Imkermeister und haben im Schwabenland eine ökologische Imkerei mit über 150 Bienenvölkern gegründet. Man könnte meinen, Ihren Bienen ginge es gut. Dennoch haben Sie in der Vergangenheit Völker verloren. Wie kam es dazu?

Das stimmt. Zu meinem eigenen Erstaunen waren Völker dabei, die ich als kerngesund bezeichnen würde. Da war mir klar: Etwas stimmt nicht. Es muss neben Parasiten und Krankheitserregernnoch weitere Faktoren geben, die zum Bienensterben beitragen.

Welche Gründe haben Sie identifiziert?

Die Einflüsse der intensivierten Landwirtschaft. Zum einen finden Bienen an Agrarstandorten im Sommer keine Nahrung mehr. Sie hungern. Und zum anderen haben wir Probleme mit der Pestizidbelastung. Im Gespräch mit anderen Berufsimkern hörte ich immer wieder, dass die Leistungsfähigkeit der Völker an bestimmten Standorten zusammenbricht. Interessanterweise trat das vor allem an Standorten auf, an denen die Pflanzenschutzmittel Neonicotinoide eingesetzt werden, besonders auch an Rapsfeldern. Die Völker entwickeln sich nicht wie üblich, die Bienen haben Probleme, die auch am Flugloch (Öffnung an Bienenstöchen, Anm. d. Red.) sichtbar werden können. Teilweise krampfen sie sogar.

Diesen Freitag wird über ein EU-weites Verbot dieser Pestizide abgestimmt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte bereits Ende Februar bestätigt, dass Neonicotinoide eine Gefahr für Wild- und Honigbienen darstellen.

Ich persönlich fiebere der Abstimmung entgegen. In Imkerkreisen wird sie ausgiebig diskutiert. Berufs- und Freizeitimker sehen immer wieder Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln. Die Effekte wurden auch von unabhängigen Wissenschaftlern und Studien bestätigt: Neonicotinoide stören die Orientierungsfähigkeit der Bienen, sie finden nicht mehr in den Stock zurück und verenden. Pestizide können die Lebenszeit der Bienen verkürzen oder zu Herz-Rhythmus-Störungen führen. Außerdem stören sie die Kommunikation der einzelnen Insekten untereinander: In einem Bienenstock leben 30.000 Individuen. Das erfordert eine außerordentlich komplexe Kommunikation im Bienenstock. Nun sind diese Stoffe ja Nervengifte, die grundlegende Nervenprozesse der einzelnen Biene schädigen. Selbst wenn die Biene dadurch nicht stirbt, belastet das in der Summe die Leistungsfähigkeit des gesamten Volkes. Einmal abgesehen von Wirkungen, die indirekt mit den Pestiziden im Zusammenhang stehen.

Königin und Hofstaat: So haben Sie Bienen noch nie gesehen

Was meinen Sie damit?

Ist ein Bienenvolk mit Varroa-Milben infiziert und zusätzlich von Pestiziden belastet, ist das Immunsystem der Bienen in der Regel geschwächt. Dann haben Viren ein leichteres Spiel, etwa das ‚Deformed Wing Virus‘. Diese Viren führen zum Beispiel zu verkrüppelten, verkürzten Flügeln. Der Anblick dieser Bienen erinnert mich an Contergan-Kinder. Da könnte ich heulen.

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Wie geht es den Bienen in Deutschland aktuell?

Hier muss man unterscheiden. Redet man über Bienen in den Städten, lässt sich sagen: Denen geht es ziemlich gut. Sie finden in Parks und Alleen reichlich Nektar und Pollen. Außerdem kommen in Städten kaum Pestizide zum Einsatz. Anders sieht das an Agrarstandorten aus. Die ständige Intensivierung der Landwirtschaft führt dazu, dass die Bauern bis an den Asphalt pflügen. Da wird alles verdrängt, was wächst oder blüht, was nicht unmittelbar für die Produktion relevant ist. Die ehemaligen bunten Wiesen sind zu Grünland verkommen. Denn durch die häufige Mahd (das Mähen von Gras und Getreide, Anm.d.Red.) und die Überdüngung mit Stickstoff hat sich die Artenvielfalt an vielen Orten so dramatisch verringert, dass es für die Insekten nichts mehr zu holen gibt. Solche Agrarflächen sind für alle Blütenbestäuber eine Wüste. Da herrschen lebensfeindliche Umstände.

Angenommen, es wird ein EU-weites Verbot von Neonicotinoiden beschlossen: Ist das Problem damit aus der Welt?

Überhaupt nicht. Das Bienen- und Artensterben ist eine multifaktorielle Sache. Wir können nicht sagen: Es sind nur die Neonicotinoide. Oder nur die einseitige Nahrung. Oder nur die Varroa-Milbe. Das wäre Unsinn. Es ist das Zusammenkommen der verschiedenen Faktoren.

Was müsste sich ändern?

Bienensterben: was verursacht das große Sterben?

INTERVIEW

GEFÄHRLICHE PESTIZIDE

Honigproduzenten im Vollrausch: Warum so viele Bienenvölker sterben

Wir brauchen ein grundlegend neues Verfahren bei der Zulassung von Pestiziden. Die Zulassungsstudien dürfen nicht mehr von den Unternehmen der Agrarindustrie selbst betrieben werden. Die Industrie muss in einen öffentlich kontrollierten Fond zahlen, der unabhängige, transparente und sachgemäße Prüfungen gewährleistet. Vor allem aber brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens für eine lebensfreundliche Agrarpolitik, die es den Bauern erlaubt uns zu ernähren und zugleich die Biodiversität und unsere Ökosysteme erhält.

Was kann jeder Einzelne konkret tun, um Bienen und andere Blütenbestäuber zu schützen?

Zum Beispiel die Kästen des Balkons mit Pflanzen versehen, die für Bienen interessant sind: keine Geranien, sondern solche, die Nektar und Pollen bringen, am besten heimische Arten wie sie das „Netzwerk blühende Landschaft“ empfiehlt. Außerdem: Bio-Lebensmittel und Bio-Honig kaufen. Die Bienen fliegen natürlich auch bei Bio-Imkereien in konventionell bewirtschaftete Flächen, aber es geht um die Art der Haltung. Auch auf die Herkunft des Honigs sollte man achten und Honig aus Deutschland bevorzugen.

Warum ist das so wichtig?

Honig können wir importieren, aber nicht die Blütenbestäubung. Die deutschen Imkerinnen und Imker leisten mit ihren Bienen nicht nur einen Beitrag für unsere Nahrung. Sie bestäuben ja auch die Wildpflanzen. Dadurch finden Singvögel, Kleinsäuger und anderes Getier ihr Fressen. Wer regionalen Honig kauft, sichert das Ökosystem und die Artenvielfalt vor Ort.

Quelle : https://www.stern.de/panorama/wissen/natur/imker-ueber-bienensterben–anblick-dieser-bienen-erinnert-mich-an-contergan-kinder-7956796.html

Kräutermume sagt danke!


Eigener Kommentar :

Werte Imker und Imkerinnen,

warum glaubt Ihr, hat man Euch untersagt, kolloidales Silber zur Heilung der Bienen und Desinfizierung des Bienenstockes zu nehmen??
Kolloidales Silber ist ein tausende Jahre altes Heilmittel, welches die infizierten Bienen und ihre Stöcke innerhalb von 7 Tagen von der Varoa – Milbe heilt!!!

Jedoch kann man dann seine teueren Medikamente nicht mehr an den Imker bringen….

In den Bergdörfern ist es heute noch so, wenn Bienen krank sind, wird der Korb samt Bienen eingesprüht mit KoSi, egal was dort „wütet“, es ist innerhalb von längstens drei Wochen erledigt und die Stöcke mit Volk sind gesund….

Nur hier in Deutschland ist es verboten, es kann ja nicht sein, das ein „altes Heilmittel“ stärker und besser ist als die „chemischen ANTI-BIO-TIKA“ = ANTI=GEGEN und BIO= LEBEN…
Laßt Euch das bitte von einer „alten Kräutermume“ gesagt sein, nutzt KoSi und hört auf, diese chemischen Abfälle und Tötungsmittel zu nehmen, denn wenn die Biene stirbt, sterben Flora und Fauna  sowie der Mensch ebenfalls….
Kommt endlich ins Denken und Tun – lest den alten Bien, stand alles mal darin….

Gruß Kräutermume

 

Bayer AG stellt »Verhütungsmittel« für Bienen her

F. William Engdahl

Viele werden sich gefragt haben, was ich eigentlich meinte, als ich sagte, der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer AG, der gerade Monsanto übernimmt, produziere Verhütungsmittel für Bienen. Genau dies wurde jüngst durch eine vor Kurzem veröffentlichte, von Fachkollegen geprüfte Untersuchung bestätigt. »Verhütungsmittel« für Bienen schaden der Welt, und darin unterscheiden sie sich nicht von einem anderen Produkt, das in den Forschungs- und Entwicklungslaboren der Bayer AG entwickelt wurde – dem Heroin.

Bayer produziert eine Gruppe von Insektenvernichtungsmitteln, die unter der Bezeichnung »Neonicotinoide« bekannt sind. Ihr massiver weltweiter Einsatz bedroht die Bestäubung durch Bienen und die gesamte Nahrungskette.

Eine vor Kurzem in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society (Biology) veröffentlichte Studie belegt eine dramatische Verringerung der Spermienzahl bei Bienen, die den beiden von Bayer produzierten und weltweit am häufigsten eingesetzten Pestiziden – Thiamethoxam und Clothianidin – ausgesetzt waren.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass diese beiden Neonicotinoide »das Reproduktionsvermögen männlicher Honigbienen (Drohnen) der Gattung Apis mellifera [deutlich verringerten]«. Die Drohnen stammten aus Bienenvölkern, die den Neonicotinoiden ausgesetzt waren, oder Kontrollgruppen. Sie wurden in Laborkäfigen gehalten, bis sie ihre Geschlechtsreife erreicht hatten. Die gewonnenen Daten zeigen deutlich eine verringerte Lebenszeit der Drohnen sowie eine um 39 Prozent verringerte Überlebensfähigkeit der Spermien (gemessen an dem Verhältnis zwischen der Zahl lebender und toter Spermien).

Und weiter heißt es: »Unsere Ergebnisse zeigen erstmalig, dass Insektizide auf der Basis von Neonicotinoiden das Reproduktionsvermögen der männlichen Insekten negativ beeinflussen und eine mögliche mechanistische Erklärung für den Ausfall [von Imkern] gehaltener Bienenköniginnen und den Rückgang freilebender Bestäuberinsekten liefern… Da die Bienenkönigin als einzige Eier legt und damit einen wichtigen Faktor des Zusammenhalts im Bienenbau darstellt, ist sie für die Funktionsfähigkeit des Bienenvolkes ungemein wichtig. Aus Nordamerika und Europa wird seit einiger Zeit gehäuft über Ausfälle von Bienenköniginnen berichtet; aber bisher hatte sich noch keine Untersuchung mit der Bedeutung der Neonicotinoide für die Gesundheit der männlichen Tiere auseinandergesetzt, um dieses Phänomen zu erklären.«

In ihrem Resümee schreiben die Forscher: »Zum ersten Mal konnten wir aufzeigen, dass der häufige Einsatz von Insektiziden auf der Grundlage von Neonicotinoiden in agrarischen Ökosystemen erhebliche tödliche (verringerte Lebensdauer) und beinahe tödliche (verringerte Lebensfähigkeit der Spermien und Verringerung der Spermienzahl) Auswirkungen auf nützliche männliche Nichtzielinsekten hervorbringt; dies könnte maßgeblichen Einfluss auf die Populationsgröße haben… Zwar wurden in letzter Zeit Verbesserungen der aufsichtsrechtlichen Anforderungen für die Bewertung der Umweltauswirkungen von Insektiziden eingeführt, aber bisher betrifft keine [dieser Bestimmungen] direkt das Reproduktionsvermögen nützlicher Insekten.«

Europäische Union will Verbot überprüfen

2012 kam es zu einem massiven Bienensterben in der gesamten Europäischen Union, und viele Hinweise legten nahe, dass eine neue Gruppe chemischer Pestizide – die schon erwähnten Neonicotinoide –, die vor allem von der Bayer AG vermarktet wurden, dafür verantwortlich war. Die Europäische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (EFSA), ein EU-Beratergremium, bezeichnet die Lage damals als ein »inakzeptables Risiko«. Schließlich verbot die EU-Kommission die drei wichtigsten und am häufigsten eingesetzten Neonicotinoide – Thiamethoxam, Clothianidin und Imidacloprid – zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren. Die Auswirkungen der beiden ersten aufgeführten Neonicotinoide wurden nun in der oben erwähnten Studie untersucht.

In der Zwischenzeit kam eine neue EU-Kommission ans Ruder, die nun eine Neubewertung des Verbotes einleitete. Die für die EFSA tätigen Wissenschaftler haben gegenwärtig mit einer Überprüfung ihrer 2012 getroffenen Einschätzung der Gefahren des Einsatzes von Neonicotinoiden für Bienenvölker begonnen. Im Januar 2017 soll der Abschlussbericht vorliegen. Bayer und andere Pestizidhersteller, darunter auch der Konzern Syngenta, betreiben jetzt massive Lobbyarbeit für eine Aufhebung des Verbots.

Die Neonicotinoide der Bayer AG werden in den landwirtschaftlichen Regionen Nordamerikas in großem Umfang eingesetzt. Trotz der zunehmenden Hinweise darauf, dass diese häufig eingesetzten Pestizide für das Bienensterben verantwortlich sind, hat die amerikanische Regierung bisher noch kein entsprechendes Verbot erlassen. Erst im Januar dieses Jahres veröffentlichte die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA die Ergebnisse der ersten Feldversuche, nachdem schon zehn Jahre zuvor mit der massenhaften Anwendung der Neonicotinoide begonnen worden war. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass Imidacloprid, eines der drei in der EU verbotenen Neonicotinoide, zum Tod ganzer Bienenvölker führen kann. Dennoch hat die amerikanische Regierung immer noch keine Schutzmaßnahmen ergriffen.

Die Bedrohung der gesamten Nahrungskette

Die meisten von uns Großstädtern glauben irgendwie, Lebensmittel wachsen in den Regalen unserer örtlichen Supermärkte. Sie sind sich der Dimensionen des Problems, um das es hier geht, kaum bewusst. In einem anderen Artikel schrieb ich nach Bekanntwerden des alarmierenden weltweiten Bienensterbens:

»2003 hatte die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA die Warnungen ihrer eigenen Wissenschaftler in den Wind geschlagen und das Neonicotinoid Clothianidin, auf das der deutsche Chemiekonzern Bayer zusammen mit dem japanischen Unternehmen Takeda ein Patent besitzt, zugelassen. Das Insektizid wurde unter dem Markennamen ›Poncho‹ vermarktet und in den USA innerhalb kurzer Zeit 2004 auf über 35 Millionen Hektar Anbauflächen für Getreide eingesetzt. Seit dieser Zeit starben Berichten zufolge mehr als eine Million Bienenvölker in den vom Getreideanbau geprägten Landschaften des Mittleren Westens der USA.«

Damals verwies ich auch darauf, dass Bienen und Vögel einen kaum zu überschätzenden, wesentlichen Beitrag zu unser aller Überleben leisten. Eine Untersuchung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums schätzt, dass »… möglicherweise bis zu einem Drittel unserer gesamten Lebensmittel direkt oder indirekt von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind«. Die weltweit verbreitete Westliche oder Europäische Honigbiene (Apis mellifera) ist der wichtigste Bestäuber landwirtschaftlicher Feldfrüchte. Sie bestäubt 70 Prozent der Feldfrüchte, die wiederum insgesamt 90 Prozent der Nahrungsmittel weltweit liefern. Die Bienen bestäuben die meisten Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Orangen, Erdbeeren, Zwiebeln und Möhren.

Die Bayer AG gehört zu den größten Herstellern von Neonicotinoiden. Aus Sicht des Unternehmens ist die Übernahme des Biotech-Konzerns Monsanto, der selbst so hochgiftige Unkrautvernichter auf der Grundlage von Glyphosat (wie die bekannte Marke Roundup) produziert, daher durchaus sinnvoll. Neonicotinoide gehören zu einer Gruppe von Pestiziden oder Insektiziden, die in chemischer Hinsicht dem Nikotin sehr ähnlich sind. Sie wirken vor allem auf das Zentralnervensystem der Insekten, schädigen aber auch Bienen und kleinere Singvögel. Neue Untersuchungen legen sogar nahe, dass diese Substanzen auch die Entwicklung des menschlichen Gehirns bei Neugeborenen beeinträchtigen können.

Die politischen Beamten der EPA genehmigten die Zulassung von Poncho, obwohl Clothianidin nach offizieller Einschätzung der EPA-Wissenschaftler »bei Kontakten und oraler Aufnahme auf Bienen hochgiftig wirkt« und »sich stark über den Boden und das Grundwasser ausbreitet – es kann sehr leicht in fließende Gewässer, Teiche oder auch andere Felder einsickern, wo es dann von Wildblumen aufgenommen würde«. Dort könnte es dann weiter Bienen und andere Nichtziel-Insekten wie Schmetterlinge und Hummeln töten. Diese Warnungen stammten aus einem EPA-Memorandum vom 28. September 2005, das an die Öffentlichkeit durchgesickert war und die Ergebnisse der Umwelt-Risikofolgenabschätzung für Clothianidin der EPA-Abteilung Umweltverbleib und Umweltauswirkungen zusammenfasste. Dort hieß es weiter: »[Clothianidin] wirkt noch Tage nach dem Sprühauftrag auf Bienen giftig. Bei Honigbienen treten als mögliche Folgen der Belastung mit dieser giftigen Substanz möglicherweise letale und/oder subletale Wirkungen auf die Larven und eine Einschränkung des Reproduktionsvermögens der Bienenkönigin auf.«

Trotz aller dieser Hinweise weigert sich das amerikanische Landwirtschaftsministerium, ein Verbot von Neonicotinoiden auszusprechen. In den USA werden 94 Prozent aller Maispflanzen mit Pestiziden behandelt, die Imidacloprid oder Clothianidin enthalten. Dabei sind die USA der weltweit größte Maisexporteur. Nach jüngsten Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums handelt es sich bei 94 Prozent der Maispflanzen um gentechnisch veränderte Organismen (GMO). Und beim größten Teil davon handelt es sich um GMO-Mais von Monsanto, der dann mit dem oben erwähnten Unkrautvernichter Roundup behandelt werden muss. Die in den USA verwendeten Neonicotinoide werden entweder von Bayer oder dem schweizerischen Agro-Chemiekonzern Syngenta hergestellt. Syngenta wurde vor Kurzem vom chinesischen Chemiekonzern Chinachem übernommen.

Bayer verbreitet unter den Bienen mit seinen Neonicotinoiden Tod und Verderben und übernimmt nun noch den Konzern Monsanto, dessen Produkte menschliche Embryonen und vielleicht noch manches andere schädigen können? Man gewinnt den Eindruck, hier sind Interessen am Werk, die es darauf anlegen, das Leben auf unserem schönen Planeten drastisch zu dezimieren. Kann man sich eine noch radikalere Form von Eugenik, jener von den Nazis ersonnenen Ideologie einer »Reinigung der menschlichen Rasse«, vorstellen?

Wird uns nicht immer wieder vorgebetet, die heutige Bayer AG gehöre zu den »Guten« und stelle doch nur die harmlosen Aspirin-Tabletten her? Auf welche Weise war die Bayer AG, damals als Teil des IG-Farben-Chemiekomplexes, in die Verbrechen des Dritten Reiches verstrickt? Warum und auf welche Weise unterstützten Unternehmen der Rockefellers den IG-Farben-Konzern während der Zeit des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges? Es wäre von großer Bedeutung, sich angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen im Zusammenhang mit den Neonicotinoiden der Bayer AG einmal der Beantwortung dieser Fragen zu widmen. Denn ein altes Sprichwort besagt: »Auch wenn man paranoid ist, heißt das nicht, dass sie es nicht darauf anlegen, einen umzubringen.«

Quelle: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/f-william-engdahl/bayer-ag-stellt-verhuetungsmittel-fuer-bienen-her.html;jsessionid=3D5CA38BBDCE97186A207E9A035BD025