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Ein Lichtblick in Pflanzengestalt – die Engelwurz

Bei einem Spaziergang entlang von Sumpfgebieten, Bachläufen oder feuchten Waldrändern sticht uns im Spätsommer und Herbst eine imposante Pflanze ins Auge, deren glatte Stängel mit vielen, von zahlreichen Insekten besuchten Dolden geschmückt sind. Der himmlische Name zeigt uns schon, dass es sich um etwas ganz Besonderes handeln muss, denn die Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) wurde genau wie ihre große Schwester, die Erz-Engelwurz (Angelica archangelica), seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze sehr geschätzt.

Während die „Große“ vor allem im hohen Norden heimisch ist, finden wir bei uns die „Kleine“ sehr häufig wild – ja selbst beim Autofahren können wir sie oftmals am Wegesrand stehen sehen. Und mit ihren ein bis zwei Metern Höhe ist sie nicht nur den Wuchs betreffend herausragend, sondern auch bezüglich ihrer Heilwirkungen – so  war sie im Mittelalter ein wichtiger Bestandteil von sogenannten „Theriaks“, den Lebenselixieren. Denn nicht zu Unrecht galt sie einst als Allheilmittel – ihr breites Wirkungsspektrum ist wirklich beeindruckend.

Es ist die aromatisch Wurzel, die es in sich hat und nicht nur in legendären Verdauungslikören ihre wunderbare Bitterkeit entfaltet. Eine wässrige oder alkoholische Engelwurzzubereitung bringt die entsprechenden Säfte ins Fließen, so dass wir unsere Nahrung beschwerdefrei verarbeiten und die Nährstoffe optimal aufnehmen können. Und falls es nach einem fetten, schweren Essen doch mal zwickt, so hilft ein Schnapsgläschen voll Engelwurzlikör schnell, um uns Erleichterung zu schaffen. Hinzu kommt die wärmende Wirkung, welche sowohl körperlich, als auch seelisch spürbar ist, denn es handelt sich hier um eine „Botin des Lichts“, d.h. die Engelwurz erhellt unser Gemüt in dunklen Zeiten und hilft als Arznei gerne durch trübe Wintertage.

In solchen sind wir oftmals auch besonders anfällig gegenüber Ansteckungen, doch auch diesbezüglich hilft die Wurzel: sie feuert unser Immunsystem an und wirkt im Körper darüber hinaus desinfizierend. Das wussten schon die Ärzte im Mittelalter, die bei Besuchen von Pestkranken an der Wurzel kauten, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Den Volksnamen „Brustwurz“ bekam sie, weil die Engelwurz auch Bronchitis und Lungenentzündungen zu heilen vermag. Nicht zuletzt leitet sie Gifte aus dem Körper, wie zum Beispiel Schwermetalle, und wirkt aufbauend bei Schwächezuständen – selbst als Herzstärkungsmittel war sie früher oft im Einsatz. Möchten wir ihre Heilkräfte am eigenen Leib verspüren, so graben wir entweder eine Wurzel im ersten Herbst aus oder besorgen uns den Tee der Erz-Engelwurz in der Apotheke.

Ein gehäufter Teelöffel der zerkleinerten Wurzel wird dann mit einer Tasse kochend heißem Wasser übergossen und 15 Minuten zugedeckt ziehen gelassen. Nach dem Abseihen trinken wir den Tee eine Viertelstunde vor den Mahlzeiten.

Vorsicht ist nur während einer Schwangerschaft angebracht, denn die Engelwurz kann die Gebärmutter zu stark stimulieren und zu einer Fehlgeburt führen – unter der Geburt dagegen wirkt sie erleichternd, vor allem wenn sich die Plazenta nicht löst.

Doch nicht nur der unterirdische Teil der Pflanze findet wertvollen Einsatz, sondern als Nahrungsmittel werden auch die Blätter, Blüten oder Stängel verwendet – letztere insbesondere als kandierte Köstlichkeit, die speziell in Lappland sehr bekannt und beliebt ist. In früheren Zeiten spielte der engelhafte Charakter noch eine große Rolle: manche trugen die Wurzel in der Tasche, um Glück im Spiel zu haben, andere streuten sie entlang des Grundrisses ihres Zuhauses, um jegliches Übel abzuwenden. Mein ganz persönlicher Tipp ist, sich „himmlische Röhrchen“ aus den hohlen Stängeln der Engelwurz zurecht zu schneiden – diese haben beim Trinken ihre ganz eigene Note und vor allem für Kinder einen besonderen Reiz.

Erzengelwurz-Verdauungslikör

Je 20 g Fenchel, Anis- und Kümmelsamen im Mörser zerdrücken, damit die ätherischen Öle frei werden, zwei Stangen Zimtrinde klein bröseln und zusammen mit 20 g zerkleinerter Wurzel der Erzengelwurz, 20 g Kandiszucker und 0,7 Liter Korn oder guten Obstbrand in ein Schraubglas geben. 10 Tage ziehen lassen, immer wieder schütteln und dann abseihen. Je nach Geschmack eventuell mit Kandiszucker nachsüßen.

Bei Bedarf ein Gläschen 15 Minuten vor dem Essen oder bei Verdauungsbeschwerden nach dem Essen einnehmen.

 

Erzengelwurz-Essig

Je 30 g getrocknetes Kraut von Rosmarin, Salbei und Pfefferminze sowie 15 g Gewürznelken (im Mörser zerstoßen) und 15 g getrocknete, zerkleinerte Angelikawurzel aus der Apotheke in ein großes Schraubglas füllen, mit 1 Liter gutem Bio-Apfelessig aufgießen und verschließen. An einem warmen Ort zwei Wochen ziehen lassen und regelmäßig schütteln, dann absieben und dabei die Pflanzenteile gut ausdrücken.

Zur Vorbeugung von Infektionen mehrere Teelöffel täglich einnehmen oder einfach in die Salatsauce geben.

 

Gefunden bei : http://www.heilpflanzenkurse.de/node/415
Originalquelle :
1. Oktober 2011, Stadtteilzeitung Rieselfeld

So stellen Sie feinwürzigen Essig her

Essig erhält ein frisches Aroma, wenn Sie ihn mit Kräutern ansetzen. Geben Sie beispielsweise einen Stängel frisch geernteten, gewaschenen Estragon in einen guten Essig und lassen Sie ihn mindestens eine Woche ziehen lassen. Der Essig bekommt einen feinwürzigen Geschmack mit einem Hauch von Anis.

Auch der Apfelessig erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das beliebte Mittel aus Großmutters Zeiten erobert die Haushalte wieder. Seine Wurzeln gehen bis ins Altertum. So badete Nofretete beispielsweise gern in Essigbädern, weil diese ihre Haut frisch und geschmeidig hielten.

Bewahren Sie Essig nie in Plastik- oder Metallgefäßen auf. Glas oder Porzellan ist besser.

 

 

Essig-Strümpfe wirken abschwellend an den Füßen und fiebersenkend

Stellen Sie sich eine Mischung aus einem Liter zimmerwarmem Wasser und 3 Esslöffeln Essig her (in diesem Fall muss es kein besonderer sein), tauchen Sie Baumwoll-Kniestrümpfe in das Wasser, wringen Sie diese leicht aus und ziehen Sie die Strümpfe an. Darüber ziehen Sie trockene Wollsocken darüber. Bei Fieber geht es dann für eine Weile ab ins Bett zum Schwitzen. Soll die Essig-Mischung abschwellend wirken, legen Sie die Beine hoch und geben noch eine Decke über Beine und Füße. Sie sollten auf keinen Fall frieren.


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Essig peppt Ihre Textilien auf
Wenn Sie Ihre Lieblingskleidungsstücke besonders häufig tragen, zeigen sich irgendwann die ersten Gebrauchsspuren – zum Beispiel glänzende Stellen. Reiben Sie diese einfach mit Essigwasser ein, das nimmt den störenden Glanz. Mischungsverhältnis: 1 Teil Essig, 4 Teile Wasser.

Wenn Sie die Farbfrische von Textilen aufpeppen wollen, geben Sie einen Schuss Essig ins letzte Spülwasser. Teppiche reiben Sie mit Essigwasser ab.

Auch Kalkflecken können Sie einfach mit Essig entfernen: Beträufeln Sie ein paar Blätter Küchenpapier mit 2 bis 3 Esslöffeln Essig und legen dieses für 3 bis 4 Stunden auf den Kalkfleck. Dann wischen Sie mit einem Mikrofasertuch gründlich nach.

Kalkflecken im Bad vermeiden Sie, indem Sie Badewanne, Dusche, Waschbecken und Armaturen direkt nach dem Benutzen mit Essigwasser trocken wischen. Damit ersparen Sie sich viel Arbeit.

Quelle: Sylvia Sxgbeider, FID Verlag GmbH