Katalonien als tiefschwarzer Schwan?

Während es vielen Menschen nur ein Rätsel ist, haben die Katalonen durchaus ein Anrecht darauf ihren aktuellen Status zu hinterfragen. Immer wieder wurden sie mittels Gewalt ins Glied geprügelt, eine sich ständig wiederholende Geschichte. Das letzte Mal unter Francisco Francos im Spanischen Bürgerkrieg 1939. Also nur einen Augenblick vor der Spaltung Deutschlands. Die DDR war niemals Rußland und im Herzen vieler Katalanen wird man sich niemals spanisch fühlen. Die Abgründe sind tief und die Spaltung im Gei­s‍te und Herzen gewaltig.

Wie „Demokratie“ funktioniert, wird immer wieder offenkundig gezeigt. Wie bei Erdogan auch, nennt sich der Gummiknüppel „Demokrator“. Jeder darf zwar meinen was er will, aber bitte nach den Vorschriften. Bereits 2012 hatte ich einen Artikel gemacht, der die Marschrichtung aufgezeigt hat. Unter dem Titel „Katalanen stimmen für Unabhängigkeit von Spanien“ zeigte ich auf, wie tief die Spaltung innerhalb der „spanischen“ Gemeinschaft ist. Als ich 2014 den Artikel „Katalonien: In Europas gemeinsamem Haus brennt es lichterloh“ schrieb wurde es schon etwas brenzliger und man drohte von der „Zentralregierung“ aus bereits die Seperation verhindern zu wollen. Darüber sind wir nun weit hinaus.

Wer am Wochenende die Berichterstattung zumindest am Rande verfolgt hat, dürfte sicher mitbekommen haben wie „lichertloh“ die Hütte bereits brennt. Das ist kein unbedeutendes Ereignis, es könnte eine globale Auswirkung haben die es in sich hat.

Kürzlich habe ich ein Interview von Jim Rogers – Multimilliardär, Insider und sehr besonnen wie ich finde – untertitelt. Er sagte dort auch, daß der Kollaps vermutlich irgendwo ausgelöst werden würde, wo wir es nicht erwarten. Wer von Ihnen hat sich schon wirklich mit Katalonien beschäftigt, oder mit den kausalen Zusammenhängen? Das ist wie damals mit Island, …. die haben einen Markt?

Gemessen an der Bevölkerung ist Katalonien ein Wirtschaftswunder in der spanischen „Gemeinschaft“. Rund 16 Prozent der Bevölkerung erwirtschaften immerhin den größten Anteil am BIP in Spanien. Mit Fast 200 Mrd Euro sind das etwa 20 Prozent. Auf den er­s‍ten Blick mag die Different „marginal“ erscheinen, im wirtschaftlichen Denken sind das allerdings Welten. Es steht auch zu vermuten, daß dort mit einigen Hütchenspielen noch Gewinne in andere „nicht-katalanische Gebiete“ umgebucht wurden. Wer Spanien kennt, sollte den Süden auch schon erlebt haben. „kommst Du heute nicht, kommst Du morgen auch nicht“ ist dort eine Art Lebensphilosophie.

Doch nun zurück zum „Tiefschwarzen Schwan“. Er­s‍taunlicherweise, wird seitens der sy­s‍temtreuen Medien nicht verschwiegen oder verharmlost, sondern es wird ordentlich Kohle ins Feuer geschaufelt. Dazu gleich mehr. Wer sich ein wenig mit den Märkten beschäfftigt, weiß wie schnell eine Ju­s‍tierung an den Stellschrauben einen tödlichen „Margin-Call“ auslösen kann. Ähnlich sehe ich die Situation in Spanien.

Noch ist es eine „Einheit“ und Friede, Freude, Eierkuchen. Sollte jedoch Katalonien den „Split vollziehen, könnte die Rechnung bei den Schulden ganz schnell umkippen. Was dann mit dem Baskenland, einer weiteren sehr wirtschafts­s‍tarken Region abgeht, steht auf einem weiteren Blatt. Während bei Wikipedia die Verschuldungssy­s‍tuation in Katalonien dramatisch darge­s‍tellt wird, bietet sich in der Realität ein etwas gün­s‍tigeres Bild. Mit ~ 194 Milliarden Euro in der Rechnung zu 73 Milliarden Euro Schulden, steht man im gesamt spanischen Überblick doch recht gut dar. Gemessen an der Wirtschaftskraft macht das mal eben etwas weniger als 38 Prozent aus, geradezu biblisch.

Bei den hiesigen Ratingagenturen wird man vermutlich schon schlaflose Nächte haben, ob einer möglichen Unabhängigkeit Kataloniens. Griechenland dürfte dann zumindest etwas Platz machen müssen auf der „Strafbank“, damit einer weiterer „Umfaller“ Platz hat.

Kommen wir nun noch kurz zu den Medien. Entgegen der eigentlichen „Marschrichtung“ wird im Augenblick von den Prügelattacken auf Frauen und Wehrlose berichtet. Weiterhin wird klar gesagt, das die Unabhängigkeit die totale Mehrheit gewonnen hat.

Das folgende Zitat aus dem oben genannten Artikel sollten Sie sehr genau lesen und sich der Folgen gewiß sein:

„Puigdemont sagte vor der Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnis, daß er innerhalb von 48 Stunden die Unabhängigkeit der Region erklären werde, sollten sich mehr als die Hälfte der abgegeben Stimmen dafür aussprechen.“

So brenzlig die Situation zwischen USA/Korea auch erscheinen mag, in Spanien lauert ein echter schwarzer Schwan. Was nicht bedeuten muß, daß man nicht als letzte Konesequenz dann die Eskalation als Ausweg wählt.

Carpe diem

 

Quelle : http://www.iknews.de/2017/10/02/katalonien-als-tiefschwarzer-schwan/

Kräutermume sagt Danke!

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