Der Ingwer – fast ein „Allheilmittel“ Teil 2

Als „König der Gewürze“ ist der Ingwer (Zingiber officinale) in Asien bekannt und sein warmwürziges Aroma mit zitronig-bitterem Beigeschmack ist unverkennbar. Dass er in der ayurvedischen Heilkunde als „universelle Medizin“ bezeichnet wird verwundert nicht, wenn wir uns mit den unterschiedlichsten, vielfältigen Heilwirkungen dieser Kulturpflanze beschäftigen. Es ist das Rhizom in frischer und getrockneter Form, in dem unglaubliche Kräfte stecken und welches unser Stoffwechselfeuer mit seinem würzig-scharfem Geschmack ankurbelt. Der Ingwer wärmt auf spürbare Weise den Körper und tut uns vor allem zur kalten Jahreszeit viel Gutes.

Auch mit Ingwer zubereitetes Gebäck wie Ingwerbrot, Ingwerkekse oder Ingwerkuchen sind eine heilkräftige, wärmende Delikatesse, die ein wunderbares Gefühl von Gemütlichkeit und Wärme verbreiten.

Von der traditionellen „Säftelehre“ her betrachtet gilt der Ingwer als warm und trocken, so dass er in der Lage ist, den Körper aufzuheizen und ein Übermaß an Schleim auszugleichen. Er eignet sich somit bestens für Erkrankungen, die durch übermäßige Kälte verursacht werden und für Menschen, die unter Verschleimung, Kälte und Feuchtigkeit leiden.

 

 

 

Innerliche Anwendungen:

 

Herausragend für unser Verdauungssystem

Die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe spielen eine wichtige Rolle zur Unterstützung unserer Verdauung: sie regen die Verdauungssekrete und die Darmperistaltik an, haben keimtötende und blähungswidrige Eigenschaften und wirken auf unser Blut, die Schleimhäute und den Darm entgiftend. Durch ihre gallenflussfördernde Wirkung unterstützen sie vor allem die Fettverdauung, weshalb der Ingwer in fetten Mahlzeiten ein dem Körper willkommenes Gewürz ist. Auch ein Ingwertee vor dem Essen wirkt durch die Stimulation der Darmperistaltik und durch die Anregung der Verdauungssäfte hervorragend vorbereitend auf ein üppiges Mahl. Er entkrampft auch die Magen-Darm-Muskulatur und schützt die Magenschleimhaut vor Entzündungen. Außerdem wirkt der Tee regulierend auf die Darmflora und eignet sich somit dafür, Blähungen auf diese Weise vorzubeugen. (ð Teezubereitung erklären, kosten lassen) Wohltuend kann nach dem Essen auch eine Bauchmassage mit Ingweröl sein (Zubereitung siehe Thema „Rheuma“) oder der Genuss eines Ingwer-Likörs (ð Zubereitung erklären, zum Kosten reichen). Die entkrampfende, wärmende Wirkung kann auch bei Menstruationsbeschwerden sehr wohltuend sein.

 

Rezept: Ingwertee

Ca. ½ TL (1g)  frisch zerkleinerte Ingwerwurzel mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, nach 7 Min. abseihen. Noch stärkere Wirkung erzielen Sie, wenn Sie ca. 1 cm frisch zerkleinerten Ingwer ½ h lang in ½ l Wasser auf kleinster Hitze köcheln.

Davon mehrere Tassen vor Reiseantritt trinken, zur Blutreinigung, bei Verdauungsstörungen, zur Vorbeugung und Heilung von Erkältungskrankheiten, zum Erwärmen des Körpers, erfrischt den Atem

 

Rezept: Ingwer-Likör

Eine ganze geschälte, klein geschnittene Ingwerhand zusammen mit 200g Kandiszucker in 0,7 l Schnaps (darf auch Cognac sein) ansetzen, sechs Wochen an einem warmen Ort reifen lassen und dabei immer wieder leicht schütteln. Anschließend abfiltern.

 

 

Absolute Spitze bei Reisekrankheit

Ein Einfluss des Ingwers auf den Magen macht sich vor allem auch bei Reiseübelkeit bemerkbar, denn hierfür ist er absolute Spitze unter den Heilpflanzen und wird so schon seit Jahrtausenden eingesetzt. Schon die asiatischen Seefahrer hatten ihn aus diesem Grund immer mit dabei. Ingwer den Beschwerden, vor Reiseantritt in Form von Tee, Tabletten, Tinktur, kandiert oder frisch gekaut eingenommen, bestens vorbeugen und wirkt gegen lästige Beschwerden wie Erbrechen und Schwindel. (ð Tinkturzubereitung erklären) Daneben hilft es auch, während der Reise am ätherischen Öl zu riechen. Auch bei Schwangerschaftsübelkeit kann Ingwer lindernd wirken (er sollte wegen der wehenanregenden Wirkung allerdings nur vorübergehend und bei Fehlgeburtsneigung gar nicht angewendet werden).

 

Rezept: Ingwertinktur

Ca. 5 cm frische Ingwerwurzeln reiben (am besten in Kreisbewegung, da sie in langen Fäden ausfranst) und in ein Schraubverschlussglas füllen. ¼ l Alkohol (z.B. 38%igen Korn) darüber gießen, das Glas verschließen und an einem warmen Ort ziehen lassen und mehrmals täglich schütteln. Nach zwei Wochen abseihen und vor Reiseantritt oder zum allgemeinen Wohlbefinden, bei Verdauungsstörungen, Menstruationsbeschwerden, Erkältungen und Übelkeit bei Bedarf 1 TL bis EL davon in Flüssigkeit verdünnt einnehmen

 

 

Eine Wohltat für das Herz-Kreislaufsystem

Da Ingwer das Verklumpen unserer Blutplättchen verhindert, den Blutkreislauf aktiviert und zudem den Cholesterinspiegel senkt, beugt er Herzleiden und Arteriosklerose vor und vermag die Anfälligkeit gegenüber Thrombosen und Schlaganfällen zu verringern. Indische Studien haben bewiesen, dass Ingwer tatsächlich die Fließeigenschaften des Blutes verbessert und einer Verklumpung entgegenwirkt. Wer also zu Blutgerinseln neigt, sollte regelmäßig Ingwer zu sich nehmen – Forscher empfehlen dazu 5 Gramm täglich. Er ist in dieser Hinsicht eine sehr gute Alternative zu Knoblauch, den manche Menschen nicht gut vertragen oder vom Geruch her nicht mögen.

 

 

Hilfe bei Erkältung und Fieber

Gerade zur Winterzeit kann Ingwer seine postiven Eigenschaften zur Vorbeugung und Behandlung von Fieber, Erkältungen, Schnupfen und Husten entfalten, wozu er am besten auch als Tee genossen wird. Dieser entfaltet eine angenehme wärmende Wirkung im Körper, befreit von Verschleimungen, weckt ermüdete Lebensgeister und stimuliert unser Immunsystem, was schon zu Pestzeiten eine bedeutsame Rolle spielte. Ingwer hilft uns dabei, eine Erkältung auszuschwitzen und unterstützt besonders bei Schüttelfrost den Körper dabei, die heilsamen Reaktionen wie Fieber und Schwitzen hervorzurufen. Bei zu hohem Fieber sollte er dagegen nicht angewandt werden.

Äußerlich können wir den Ingwer z.B. in Form von Auflagen bei Husten oder Ingweröl als Einreibung verwenden, um unseren Körper zu beleben und widerstandsfähiger vor Infektionen zu machen. Bei leichten Ohrenschmerzen kann lauwarmes Ingweröl auf einen Wattebausch aufgetragen und vorsichtig in das Ohr eingeführt werden.

 

 

Äußerliche Anwendungen:

 

Gegen Schmerzen und Entzündungen

Da Ingwer Entzündungen entgegenwirkt, Schmerzen lindert und Fieber senkt, kann Ingwer auch bei rheumatischen Erkrankungen sehr hilfreich sein. Dann empfiehlt es sich, ein Heilöl aus geriebenem Ingwer oder seinem ätherischen Öl, vermischt mit einem fetten Trägeröl, herzustellen. Dieses wird auf die schmerzenden Stellen eingerieben, fördert die Durchblutung, entspannt und erleichtert die Beschwerden bei Arthritis, Rheumatismus und Muskelkrämpfen. Da Ingwer die Durchblutung der Muskulatur sowie den Stoffwechsel anregt, unterstützt er den Abbau der Milchsäure im Muskelgewebe und hilft somit auch gegen Muskelkater.

 

Rezept: Ingweröl

Ca. 5 cm frischen Ingwer zerschneiden und zusammen mit 300 ml kaltgepresstem Pflanzenöl in einen kleinen Topf geben und diesen im Wasserbad zwei Stunden köcheln lassen. Dann das Öl abkühlen lassen, durch ein Tuch abseihen und in ein sauberes Fläschchen füllen. Es eignet sich für Massagen, Einreibungen und auch zum Würzen von Speisen

 

Rezept: Ingwer-Rheumaöl

Ein Tropfen Ingweröl in 10 ml Trägeröl (z.B. Oliven- oder Mandelöl) geben, gut vermischen und auf die schmerzenden Körperstellen einreiben. es fördert die Durchblutung und lindert die Schmerzen (Achtung: am besten zuerst an einer kleinen Stelle die Empfindlichkeit testen)

 

 

Müde Lebensgeister wecken

Ingwer ist in seiner Heimat Asien schon lange bekannt dafür, dass er sehr anregend auf den Kreislauf und Stoffwechsel wirkt und dafür sorgt, dass blockierte Energien wieder fließen können. So wirkt Ingwer auf unseren Körper erfrischend und stimulierend und sorgt dafür, dass wir zu neuen Kräften kommen. Dazu können wir Ingwer in jeder Form zu uns nehmen und uns zusätzlich auch mit einem Ingwer-Vollbad oder –Fußbad verwöhnen, das aus einer Ingwer-Abkochung hergestellt wird. Dazu können die Schläfen und der Bauch mit Ingweröl eingerieben werden. Eine sehr prickelnde Anwendungsmöglichkeit ist die eines Körperpeelings, welches wunderbar anregend wirkt und dazu den Körper in der Entgiftung unterstützt.

 

Rezept: Ingwer-Körperpeeling:

2 Esslöffel Ingwerpulver und 2 Esslöffel Meersalz mit etwa 2 Esslöffel Olivenöl anrühren. Den feuchten Körper unter der Dusche damit einreiben, es regt an, wirkt sehr belebend, durchblutungsfördernd und zusätzlich entgiftend.

 

 

Gegenanzeigen:

Ingwer wirkt wehenanregend und sollte nur in Maßen während einer Schwangerschaft eingesetzt werden – bei Fehlgeburtsneigung vorsichtshalber ganz darauf verzichten. Bei Reizdarm, Magen-Darm-Geschwüren sowie bei Gallensteinen Ingwer ebenfalls nur in geringer Dosis verwenden.

 

 

Literaturtipps:

 

  • Birgit Gey-Kemper: Wunderbare Wurzelkraft Ingwer, Sanoform Verlag München 2000, ISBN 3-925502-08-4
  • Irene Dalichow: Die Gewürzapotheke, Goldmann Verlag München 2006, ISBN 978-3-442-21790-8
  • Lilo Gaudszun: Was Herz und Seele wärmt, Aurum-Verlag 1997, ISBN 3-591-08414-X
  • Ursula Stumpf: Pflanzenweisheiten von Apfel bis Zimt, VAK-Verlag 2005, ISBN 3-935767-66-8
  • Van Wyk, Wink, Wink: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2004, ISBN 3-8047-2069-2
  • Maya Thüler: Wohltuende Wickel, Maya Thüler Verlag 1998, ISBN 3-908539-01-3
  • Ursel Bühring: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, Sonntag Verlag 2005, ISBN 3-8304-9097-6
  • Eva Aschenbrenner: Die Kräuterapotheke Gottes, Kosmos Verlag 2006, ISBN 978-3-440-10867-3

Quelle : http://www.heilpflanzenkurse.de/node/165

Gruß an die Ausprobierer
Kräutermume

 

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